Weiter auf dem Great Glen Way plus kleinem Abstecher nach Aberdeen

Nachdem ich vor etwa eineinhalb Jahren den Great Glen Way in Schottland in Angriff genommen habe, war es so langsam an der Zeit, mit diesem Projekt weiterzumachen. Damals hatte ich mich vor der Etappe von Drumnadrochit nach Inverness gedrückt, da diese die schwierigste Etappe des Great Glen Way ist. Mehr als 30 Kilometer und dazu noch einige hundert Höhenmeter. Zudem lässt sich diese Etappe nicht wirklich gut teilen. Man muss also durchziehen.

Ankunft in Inverness

Relativ kurzentschlossen habe ich mich dann Anfang November auf den inzwischen bekannten Weg nach Inverness gemacht, um explizit diese lange Etappe zu meistern. Wettervorhersage eher durchwachsen, aber man kann ja nicht alles haben. Zumindest habe ich einen passenden Flug und ein strategisch gut gelegenes Hotel für meine Unternehmung gefunden. Wie beim letzten Mal wollte ich wieder mit dem Bus zum Startpunkt der Etappe fahren. Dieses Konzept hatte sich ja bereits bewährt. Zur Bushaltestelle waren es von Hotel aus keine 100 Meter. Innenstadt, Geldautomat und Supermarkt ebenfalls alle nahe bei.

Tag 1: Great Glen Way von Drumnadrochit nach Inverness

Gleich mit dem ersten Bus ging es morgens kurz nach 6 Uhr los in Richtung Drumnadrochit. Im Nessieland war es noch Dunkel. Nessie hat vermutlich noch geschlafen. Die erste Stunde musste ich in der Morgendämmerung entlang der Straße wandern. Dann ging der Weg endlich in den Wald hinein.

Nach dem Anstieg durch den Wald gab es auf den freien Flächen die ersten Blicke auf wattige Nebelbänke. Vom Loch Ness war aber nichts zu sehen. Ich entschied mich für die „High Route“ des Great Glen Way. Diese führt über die Bergspitze „Carn Na Leitire“ und bietet (zumindest bei gutem Wetter) einen tollen Rundumblick inklusive Loch Ness (so jedenfalls meine Vermutung). Ich hatte nur Nebel rundherum, aber das war auch klasse anzuschauen. Aus den Nebelschwaden guckten die einzelnen Bergspitzen heraus.

Nach einer kurzen Mittagsrast am Abriachan Forest Trust ging es über eine doch recht längliche, später dann asphaltierte Strecke immer geradeaus Richtung Inverness. Das Abriachan Café an der Strecke ließ ich allerdings aus; ich hatte ja gerade Pause gemacht. Mit dem letzten Waldstück vor Inverness wurde die Landschaft nochmal etwas interessanter, bevor es dann durch einige Neubaugebiete und ein kurzes Stück entlang des Caledonian Canal hinein nach Inverness ging.

Insgesamt waren es 30,5 km, die ich in 10:03 Stunden gelaufen bin. Ich denke, mit dem Wetter hatte ich eher noch Glück gehabt. Es war zwar kühl und neblig, aber bis auf etwas Nieselregen am späten Vormittag bin ich trocken geblieben. Vom Loch Ness konnte ich wegen des Nebels nichts sehen, aber der Weg über die „High Route“ hat sich gelohnt. Ein Panoramablick auf das Meer aus weißer Watte rundherum, aus dem die einzelnen Spitzen herausschauten.

Tag 2: Kurzer Ausflug nach Aberdeen

Wie immer hatte ich noch einen Reservetag eingeplant. Um die Wanderung bei schlechtem Wetter gegebenenfalls noch schieben zu können oder um sie zu vervollständigen für den Fall, dass ich doch zwischendrin abgebrochen hätte.

Dies war aber nicht notwendig. Somit hatte ich diesen Tag zur freien Verfügung. In Inverness hatte ich mir beim letzten Mal schon so ziemlich alles angeschaut. Ich habe mich daher entschlossen, einen kleinen Ausflug mit der Bahn zu machen. Glasgow und Edinburgh wären mit jeweils 3,5 Stunden pro Richtung etwas weit weg gewesen. Und weiter Richtung Norden sind die Verbindungen eher dünn. Daher ging es nach Aberdeen. Knapp über 2 Stunden pro Richtung, aber das war in Ordnung.

Mehr als ein kurzer Rundgang durch die Stadt war aber nicht drin. Einmal zur Küste mit Blick auf die Nordsee und dann noch die Union Street, die wichtigste Einkaufsstraße von Aberdeen, einmal rauf und wieder runter. Leider waren hier viele Baustellen. Und ansonsten gab es dort viele Billiggeschäfte. Nicht unbedingt so sehenswert.

Aber immerhin hat Aberdeen seinem Namen alle Ehre gemacht. Aberdeen trägt den Beinamen „Granite City“ eben weil viele Gebäude aus Granit gebaut sind. Zu Beginn meines Besuches hat sich das Grau der Gebäude mit dem Grau des Nebels zu einer harmonischen Tristesse zusammengefügt. Später ließ sich die Sonne dann noch blicken. Aber alles in allem würde ich Aberdeen jetzt nicht unbedingt weiterempfehlen. Vielleicht war ich mangels Zeit aber auch nicht an den schönen Ecken vorbei gekommen.

Stilecht mit der GS zum Adventure Bike Rider Festival nach England

Endlich mal wieder eine größere Reise mit dem Motorrad. Passend und stilecht ging es mit der GS zum Adventure Bike Rider Festival nach England. Lange Anfahrt, Euro-Tunnel, Linksverkehr und jede Menge Kreisverkehre inklusive.

Tag 1: Anreise mit Stopp in Venlo, Niederlande

Die erste Tagesetappe von etwa 490 Kilometern führte mich zu meinem Zwischenstopp nach Venlo, Niederlande. Motorrad im Parkhaus abgestellt, im Hotel eingecheckt, frisch gemacht und dann eine kleine Erkundungsrunde durch Venlo. Nette kleine Stadt mit Uferpromenade entlang der Maas. Viel los auf dem Rathausmarkt. Dort gab es dann einen Burger und zwei Bier zum Abend. An der Hotelbar noch einen kleinen Cocktail. Das musste reichen. Am nächsten Morgen ging es ja weiter.

Tag 2: Anreise mit Stopp in Calais, Frankreich

Weiterfahrt nach Calais zum Euro-Tunnel. Heute nochmal circa 350 Kilometer auf dem Bock gesessen. Die Vorbeifahrten an Antwerpen und Gent nervten, weil die Autobahnen komplett voll waren. Schließlich habe ich aber Calais erreicht und auch noch genügend Zeit übrig, um die Stadt etwas zu erkunden. Das Hotel befand sich strategisch günstig gelegen für die folgende Fahrt zum Check-In beim Euro-Tunnel. Allerdings waren es etwa 4 Kilometer durch die Innenstadt bis zum Hafen / Strand. Plus Umwege für Erkundungen. Plus Rückweg. Vermutlich um die 10 Kilometer zu Fuß.

Calais hat ein paar Highlights zu bieten, wie das Rathaus, den Parc Richelieu und insbesondere auch den Hafen und Strand. Ansonsten macht die Stadt aber einen ziemlich heruntergekommenen und armen Eindruck. Viele Obdachlose, Bettler und Drogenabhängige. Die Existenzberechtigung von Calais liegt wohl darin, dass man von hier aus nach England kommt.

Tag 3: Anreise nach Alcester, England

Da ich mein Hotel in Calais dicht am Euro-Tunnel gewählt hatte, beschränkte sich die Anfahrt zum Tunnel-Shuttle am nächsten Morgen auf gerade einmal 6 Kilometer. Check-In und Passkontrolle waren unkompliziert. Ich konnte sogar noch einen Zug früher als gebucht nehmen. War nicht allzu viel los. Man muss im Zug etwas aufpassen, dass man mit dem Motorrad immer auf einer der beiden Spuren bleibt und dabei trotzdem nicht zu dicht an die Bordwand kommt. Aber alles machbar.

Dann ging es über viel britische Autobahn (oder genauer „motorway“) nach Alcester. Vom Euro-Tunnel in Folkstone kommend stößt man von Südosten her auf die „London Orbital“, die Londoner Ringautobahn M25. Diese musste ich dann später Richtung Westen verlassen, aber aufgrund der Größe Londons zieht sich die Zeit auf der Stadtautobahn doch ganz schön. Der Berliner Ring (A10) ist übrigens noch etwas länger als die London Orbital. Nach Alcester waren es dann knapp über 300 Kilometer.

Nach dem Check-In im Hotel hatte ich noch die Gelegenheit einen kleinen Rundgang durch Alcester zu machen. Nettes kleines Örtchen. Viel Fachwerk. Und auch erstaunlich viele kleine Läden, z.B. Teppiche, Vorhänge, Antiquitäten, Modelleisenbahn, und ähnliches. Das kennt man von zuhause gar nicht mehr. Alcester war auch hübsch geschmückt mit vielen Pflanzen und Fähnchengirlanden. Aber sobald man die zentrale Straße abgelaufen ist, hat man auch schon alles von Alcester gesehen. Nun gut, als Übernachtungsort auf jeden Fall mehr als ausreichend.

Tag 4: British Motor Museum und ABR Festival

Am ersten „richtigen“ Tag des Urlaubs bin ich nicht direkt zum Adventure Bike Rider Festival gefahren, sondern habe stattdessen am Vormittag zunächst einen Ausflug zum British Motor Museum und dem direkt daneben liegenden Jaguar Heritage Trust gemacht. Der Eintritt von 20 Pfund ist schon ein stolzer Preis, aber es hat sich trotzdem gelohnt. Viele Klassiker, aber auch eine Menge skurriler automobiler Ideen im British Motor Museum. Bei Jaguar dann eher nur klassische Gefährte.

Wieder im Hotel gab es eine kleine Mittagspause. Danach bin ich dann die knapp 4 Kilometer zu Fuß zum Festivalgelände gegangen. Die GS ist am Hotel geblieben. Ich wollte ja erstens auch ein paar Bier trinken und zweitens nicht die ganze Zeit Helm und Motorradklamotten mit mir rumschleppen.

Vom Check-In mit dem Doppeldecker-Shuttle-Bus zum eigentlichen Festivalgelände und dort erst einmal einen Überblick verschafft. Rundgang, ein Eis, ein paar Stände angeschaut, ein paar Vorträge gehört (Joey Evans, „Itchy Boots“) und einen Burger gegessen. Danach mit ein paar Bier langsam auf das Abendprogramm eingestimmt. Auf der Bühne dann: ZZ Topp’D, Limehouse Lizzy, Guns Or Roses, Let There B/DC. Mindestens genauso gut wie die Originale. Stimmung hat gepasst!

Tag 5: ABR Festival

Am zweiten Tag ging es nach einem original englischen Frühstück direkt zum Festival-Gelände. Wieder ein paar Vorträge gehört (z.B. Austin Vince), aber leider nicht alle, die mich interessiert hätten. Einfach schon zu voll. Im Merchandise-Shop habe ich mir noch zwei passende Shirts geholt. Man muss ja auch was nach Hause mitnehmen. Und wegen des gut warmen Wetters habe ich danach im Schatten eines Baumes erst einmal Siesta gehalten.

Am Nachmittag konnte ich dann auf einigen Maschinen probesitzen: BMW R1300GS und die neue R1300RT; alles mögliche bei Ducati, auf Multistrada V2 und V4 habe ich mich gleich wohl gefühlt, Paningale ist nichts für mich, ich brauche eine aufrechte Sitzposition; bei den dicken Harleys mit der breiten Verkleidung sieht man fast gar nichts mehr von der Straße; und nach den ganzen Dickschiffen kam ich mir auf einer Triumph Scrambler 400 fast vor wie auf einem Monkey Bike!

Zum Abendessen gab es Cornish Pastry: Pastete aus Cornwall mit Lamm und Minze. Ungewöhnlich, aber trotzdem lecker. Und wie am Tag zuvor begann die Einstimmung auf den Abend mit ein paar Bier. Auf der Bühne heute im Programm: The Rollin‘ Stoned, Fleetwood Bac und Mercury.

Tag 6: Kurztrip nach Wales mit Besuch von Tintern Abbey

Am Abschlusstag hätte man das Festival noch bis 17 Uhr besuchen könne, aber mir haben die zwei Tage gereicht. Ich habe dann lieber noch einen kurzen Abstecher nach Wales gemacht und mir die Klosterruine „Tintern Abbey“ angeschaut. Die Hinfahrt ging westlich des Flusses Severn durch den „Forest of Dean“; hier waren die Straßen schmaler, die Landschaft grüner und hügeliger. Den Besuch des Klosters mit Kaffee und Kuchen abgerundet und anschließend dann über die Severn-Bridge auf der östlichen Seite des Severn wieder Richtung Hotel.

Bevor ich aber wieder abreisen musste, gab es Burger Runde drei. Diesmal im „Piston Club“, einem beliebten Motoristen-Treff mit Motorsport-Dekoration. Gute 50 Pfund habe ich ausgegeben von der Vorspeise bis zum doppelten Espresso hinterher, aber das war es wert. Burger mit Rindfleisch-Patty und Pulled Pork! Mehr geht nicht.

Tag 7: Rückfahrt bis nach Jabekke, Belgien

Rückfahrt erster Tag. Wenig spektakulär. Gefrühstückt, gepackt, ausgecheckt, aufgesattelt, losgefahren. Die 300 Kilometer zurück nach Folkstone über erwartungsgemäß volle Autobahnen. Und das bei Temperaturen um die 30 Grad. Nachdem Kontinentaleuropa mich wieder hatte, bin ich von Calais noch etwa 120 Kilometer weiter gefahren bis nach Jabekke in Belgien, um dort zu übernachten.

Tag 8: Letzter Ritt nach Hause

Ich hatte für die verbleibenden 730 Kilometer nach Hause zwar noch eine Übernachtung mehr eingeplant, aber es hat sich dann doch irgendwie ergeben, dass ich die Strecke in einem Ritt absolviert habe. Ich hatte für die weitere Übernachtung keine konkrete Idee und den ganzen Tag Zeit zum Fahren. Mit vielen Pausen und reichlich Trinken ließ es sich trotz Temperaturen bis zu 36 Grad aushalten. Meistens nur so 40 bis 50 Minuten gefahren und dann 20 Minuten Pause gemacht. Für die 730 Kilometer habe ich so zwar 13 Stunden gebraucht, aber keine Schmerzen in den Knien, im Rücken, im Nacken oder sonst wo. Einfach rollen lassen. So geht das bei den alten Leuten auf einer GS!

Zusammenfassung

Befahrene Länder: Deutschland – Niederlande – Belgien – Frankreich – England – Wales (und wieder zurück)

Strecke: 2630 Kilometer insgesamt, davon allein am letzten Tag 730 Kilometer

Linksverkehr: Hat funktioniert, nur mit den großen 4- oder 5-spurigen Kreisverkehren habe ich mich das eine oder andere Mal schwer getan und bin dann in der falschen Richtung auf die Autobahn (Nein, nicht auf der falschen Seite, nur in der falschen Richtung.)

ABR Festival: Unbedingt mal machen, wenn man sich für Motorräder, Reisen und insbesondere Offroad interessiert. Bikes, Burger, Bier, was will man mehr.

Inverness und der Great Glen Way

Tag 1: Anreise nach Inverness und erste Eindrücke von der Stadt

Der Great Glen Way ist neben dem West Highland Way der bekannteste Wanderweg in Schottland. Er führt von Fort William entlang des Caledonian Canal durch das namensgebende Great Glen bis nach Inverness. Der Wanderweg kommt dabei an mehreren Seen vorbei. Oder „Lochs“, um den schottischen Begriff zu verwenden. Insbesondere auch am berühmten Loch Ness.

Für meinen Urlaub habe ich eine knappe Woche Zeit, wobei ich drei Tage für die Wanderung einzelner Etappen des Great Glen Way verwenden möchte und den Rest, um Inverness zu erkunden. Wahrscheinlich wäre der West Highland Way die landschaftlich beeindruckendere Wahl gewesen, aber ich habe mich erst einmal für den Great Glen Way entschieden, da hier eine Überlandbuslinie entlang der Wegstrecke führt. Ich kann also die ganze Zeit über mein Hotelzimmer in Inverness haben und fahre dann mit dem Bus zu den einzelnen Etappen-Startpunkten hin. Ich muss so nicht jeden Tag an einem anderen Ort übernachten, ich muss nicht die ganze Zeit mein komplettes Gepäck schleppen und ich kann die Annehmlichkeiten von Inverness jeden Abend nutzen. Die kleineren Orte am Great Glen Way verfügen nämlich oft nur über eine spärliche touristische Infrastruktur.

Die Reise habe ich im März 2024 gemacht. Der erste Tag diente der Anreise. Mit dem Flugzeug über Amsterdam und dann nach Inverness. Der Kontrast zwischen den Flughäfen Amsterdam und Inverness könnte größer nicht sein. Amsterdam ist ein riesiger internationaler Flughafen, während man in Inverness direkt neben einer Schafherde landet.

Nach der kurzen Busfahrt vom Flughafen ins Zentrum von Inverness gab es erst einmal einen Kaffee. Das „Perk Coffee + Doughnuts“ in der Church Street bietet wirklich grandiose Doughnuts an. Nach dieser Stärkung und dem Check-In im Hotel war noch genügend Zeit, um die ersten Eindrücke von Inverness zu sammeln.

Tag 2: Great Glen Way – Etappe von Fort Augustus nach Invermoriston

Meine erste Etappe auf dem Great Glen Way startet in Fort Augustus ziemlich genau auf der Mitte des gesamten Weges. Fort Augustus ist bei Touristen beliebt und verfügt über eine breite Auswahl an Restaurants und Cafés. Sehenswert ist hier die Schleusentreppe, über die der Caledonian Canal in mehreren Stufen seinen Weg hinab zum Loch Ness findet.

Invermoriston, das Ziel dieser Etappe, hat hingegen wenig zu bieten. Ein Restaurant im Glenmoriston Arms Hotel und einen Community Shop. Das war’s dann auch schon. Da ich nach Ankunft in Invermoriston leider noch zweieinhalb Stunden auf meinen Bus zurück nach Inverness warten musste, habe ich es mir auf einer öffentlichen Picknick-Bank neben dem Community Center gemütlich gemacht. Essen und Trinken hatte ich noch ausreichend im Rucksack dabei. Zudem hatte ich durch die Wartezeit noch Gelegenheit, mir den Fluss Moriston mit Wasserfall und die zugehörigen Brücken anzusehen.

Diese Etappe bin ich am 17.03.2024 gelaufen. Für die 11,8 km habe ich inklusive Pausen und Foto-Stopps 3:16 h gebraucht. Aufgrund von Forstarbeiten war die hohe Route dieser Etappe gesperrt. Ich bin daher tiefe Route gelaufen; diese hat nur etwas über 200 Höhenmeter, während es über die hohe Route ungefähr 480 Höhenmeter gewesen wären.

Einen Walk Report mit mehr Informationen zu dieser Etappe und auch der Busverbindung gibt es hier:

https://www.walkhighlands.co.uk/Forum/viewtopic.php?f=9&t=123709

Tag 3: Great Glen Way – Etappe von Invermoriston nach Drumnadrochit (Lewiston)

Nach Übernachtung in meinem Hotel in Inverness habe ich die Strecke wieder in Invermoriston aufgegriffen. Die heutige Etappe führte dann nach Drumnadrochit oder in meinem Fall nur bis Lewiston, dem Ort direkt vor Drumnadrochit. Ich war am Ende so geschafft, dass ich auf die letzten zwei Kilometer verzichtet und bei der erstbesten Bushaltestelle auf den Bus zurück nach Inverness gewartet habe. In diesem Fall dann keiner der Überlandbusse sondern regulärer Linienverkehr der Stadt Inverness.

Diese Etappe bietet wieder eine hohe und eine niedrige Route. Hier gab es aktuell aber keine Forstarbeiten, die mich in meiner Wegwahl eingeschränkt hätten. Also selbstverständlich die hohe Route genommen. Diese führt über den höchsten Punkt des Great Glen Way und so konnte ich bei trockenem und teilweise sogar sonnigem Wetter einige beeindruckende Ausblicke auf den Loch Ness genießen. Nur der starke Wind war teilweise schon etwas unangenehm.

Auf diese Etappe bin ich 21 km gelaufen und habe dafür 7:12 h benötigt. Mit dem höchsten Punkt des gesamten Great Glen Way hat diese Etappe insgesamt etwa 740 Höhenmeter.

Tag 4: Pausentag ohne Wanderung aber dafür mit Stadtrundgang in Inverness

Nach den ersten zwei Etappen auf dem Great Glen Way wollte ich meinen Füßen heute eine Pause gönnen. Also keine lange Strecke, stattdessen lieber ein Rundgang in Inverness und den einen oder anderen Kaffee. Nach „Eggs Benedict“ zum Frühstück ging es am River Ness entlang zunächst zur Inverness Cathedral und dann dem Fluss weiter folgend bis zum Botanischen Garten von Inverness.

Klein aber fein mit einigen Außenanlagen und zwei Gewächshäusern: dem Kakteenhaus und einem tropischen Gewächshaus. Im angeschlossenen Café habe ich mir einen „Empire Biscuit“ gegönnt; das entspricht ungefähr dem, was man hierzulande als „Hanseat“ kennt, nur dass der Zuckerguss lediglich weiß und nicht rot-weiß ist.

Nach einer kurzen Stippvisite bei der Tomnahurich Swing Bridge ging es über die Ness Islands und dann auf der anderen Seite des River Ness wieder zurück zum Inverness Castle. Der Weg von der Tomnahurich Swing Bridge bis zum Inverness Castle ist übrigens das letzte Stückchen des Great Glen Way. Also bin ich heute doch auf dem Great Glen Way gelaufen!

Für den nächsten Kaffee dann nochmal zurück zur Kathedrale, um das Café im Nebengebäude der Kathedrale zu besuchen. Nach dieser Stärkung noch etwas Stöbern in Leakey’s Bookshop. Wer sich für alte Bücher interessiert, ist hier gut aufgehoben. Ansonsten früh ins Bett, um morgen für die nächste Etappe fit zu sein.

Tag 5: Great Glen Way – Etappe von Invergarry nach Fort Augustus

Sinnvollerweise hätte ich mit der nächsten Wanderung eigentlich die Etappe von Drumnadrochit bis nach Inverness machen sollen, um damit die nördliche Hälfte des Great Glen Way zu komplettieren. Allerdings ist diese Etappe über 30 Kilometer lang. Das war mir dann doch zu viel. Ich habe mich alternativ dafür entschieden, das Wegstück zu absolvieren, welches vor Fort Augustus kommt. Der Startpunkt der Etappe war dann in Invergarry in der Nähe des Invergarry Hotel.

Der Vorteil dieser Etappe liegt darin, dass sie nach anfänglichem Auf und Ab dann parallel zum Caledonian Canal und dem daneben verlaufendem River Oich verläuft. Das bedeutet, diese Etappe ist im wesentlichen flach. Auf dem breiten und bequemen Weg neben dem Kanal kann man also ganz gut Strecke machen.

Insgesamt bin ich 13,2 km gelaufen und habe dafür 4:14 h benötigt.

Tag 6: Noch ein Stadtrundgang und abends zwei Whisky

Heute nochmal die Zeit genutzt, um Inverness weiter zu erkunden. Zunächst ging es bei reichlich stürmischen Wetter zum Carnarc Point am nördlichen Ende von Inverness. Dort hat man einen guten Blick auf die Kessock Bridge. Der Wind hat das Wasser aufgewühlt, und das Wetter hat mir noch einen Regenbogen gezeigt.

Über das Merkinch Local Nature Reserve und mit einem kleinen Schlenker am Caledonian Canal entlang ging es wieder ins Stadtzentrum, um dieses weiter zu erkunden. Abends gab es ein deftiges Chili und einen Tequila beim Mexikaner „EscoBar“ und danach noch zwei Whisky im „The Malt Room“. Mein Tipp für Leute, die Whisky mit Sherry- oder Port-Finish mögen: Tullibardine.

Tag 7: Verlängerung um einen Tag mit Spaziergang auf dem Tomnahurich Cemetry Hill

Mein eigentlich für heute geplanter Rückflug wurde wegen schlechtem Wetter abgesagt und um einen Tag verschoben. Im Wesentlichen habe ich mir schon alles in Inverness angeschaut. Diese ungeplante Verlängerung konnte ich dann dazu nutzen, mir noch den Tomnahurich Cemetry Hill anzusehen.

Der Friedhof liegt auf dem Hügel „Tomnahurich“; viele der Gräber sind Familiengräber und die alten Grabsteine erzählen mit ein paar Sätzen die jeweilige Familiengeschichte. Das älteste Grab, das ich gesehen habe, war von 1865.

Von der nördlichen Spitze des Hügels hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt Inverness und insbesondere auch auf die Kessock Bridge in der Ferne. Da der Friedhofshügel in direkter Nähe vom Botanischen Garten liegt, bin ich dort nochmal auf einen Kaffee eingekehrt. Zurück wieder entlang des River Ness und noch eine letzte Runde durch die Stadt gedreht, bevor es am nächsten Tag dann wirklich nach Hause ging.

Tag 8: Rückreise und weitere Planung

Mit einem Tag Verzögerung ging es dann heute zurück. Mit dem Linienbus zum Flughafen gefahren und dort dann auf den Abflug gewartet. Alles unspektakulär.

Aber was ist noch zu tun: Die letzte Etappe von Drumnadrochit bis nach Inverness sowie der Anfang des Great Glen Way mit den Etappen von Fort William bis nach Gairlochy und weiter von Gairlochy nach Invergarry sind noch offen. Das letzte Stück lässt sich eventuell mit einer Motorrad-Tour auf der North Coast 500 (NC500) kombinieren, da deren Start- bzw. Endpunkt ebenfalls in Inverness ist. Für den ersten Teil des Great Glen Way bietet sich vermutlich Spean Bridge als Standort an. Mal schauen, wann ich die fehlenden Etappen nachhole.

Öland mit dem Motorrad

Anfang Juni 2023 bin ich auf eine kurze Motorradreise nach Öland gestartet. Meine Hauptidee war es, den Langen Jan und den Langen Erik, die beiden Leuchttürme am Süd- beziehungsweise Nordende von Öland, zu besuchen. Alles dazwischen wäre Bonus. Aber zumindest Schloss Borgholm durfte auf der Tour nicht fehlen, da ich mir dies unbedingt nochmal anschauen wollte. Ich hatte Schloss Borgholm vor über 30 Jahren schon mal besichtigt.

Tag 1: Anreise über das dänische Festland

Meine Anreise nach Öland hatte ich mit einem Zwischenstopp in Dänemark geplant. Nach einer kurzen Rast an der letzten Tankstelle vor der Grenze ging es bei Kolding ab auf die Insel Fünen und danach über die Storebælt-Brücke nach Sjælland. Für den Zwischenstopp übernachtete ich in Køge.

Strecke Tag 1: ca. 450 km

Tag 2: Über die Öresundbrücke nach Schweden und weiter bis nach Öland

Am zweiten Tag nahm ich erst einmal den Berufsverkehr auf der Autobahn bei Kopenhagen mit. Der Verkehr lichtete sich aber an der Abfahrt zur Kopenhagener Innenstadt deutlich. Und der Rest fuhr größtenteils am Flughafen ab. Auf der Öresundbrücke nach Schweden waren dann nur noch wenige Autos unterwegs. Die Querung der Brücke lief mit dem vorbestellten Ticket angenehm unkompliziert. Und die Einreise nach Schweden beschränkte sich auch nur auf ein Durchwinken.

An diesem Tag schaute ich mir das kürzere südliche Ende von Öland an. Über die Ölandbrücke und nach einem Stopp am steinzeitlichen Gräberfeld „Gettlinge“, welches sich praktischerweise direkt an der Straße befindet, ging es weiter zum Langen Jan am südlichen Ende von Öland. Bei guter Aussicht auf die Ostsee gab es dann zur Belohnung nach der Fahrt einen Kaffee und ein Eis.

Über die gleiche Straße ging es wieder zurück nach Kalmar, um mein Hotelzimmer zu beziehen.

Strecke Tag 2: ca. 350 km bis Kalmar + ca. 140 km auf Öland

Tag 3: Der Norden von Öland

Nachdem ich gestern das südliche Ende Ölands gesehen hatte, ging es heute weiter zum Nordende. Der erste Stopp auf dem Weg dahin war aber das Schloss Borgholm. Dabei handelt es sich um eine eindrucksvolle Burgruine mit wunderbarem Blick auf die Ostsee. Bei bestem Wetter konnte ich mir das Schloss anschauen. Noch eine kurze Pause bei Eis und Kaffee nach der Besichtigung, dann ging es weiter.

Entlang der Straße nach Norden kam ich schließlich beim Langen Erik an, dem Leuchtturm am nördlichen Ende von Öland. Kurz den Leuchtturm besucht und noch etwas am Kieselstrand gesessen, dann ging es auch schon wieder zurück nach Kalmar.

Strecke Tag 3: ca. 220 km

Rest von Tag 3 und Tag 4: Kurze Runde durch Kalmar und Rückfahrt in einem Rutsch

Nachdem ich zurück in Kalmar war, erkundete ich zu Fuß noch etwas die Stadt. Für mehr als ein paar Schnappschüsse reichte es aber leider nicht. Am nächsten Tag ging es dann ohne Zwischenübernachtung in einem Rutsch zurück nach Hause. Statt der Strecke über das dänische Festland wählte ich diesmal die Fährverbindung Rødby – Puttgarden. Immer gut für einen Kaffee an Deck. Da ich zudem der einzige Motorradfahrer bei dieser Fährfahrt war, durfte ich dementsprechend auch als erster auf die Fähre fahren. Nur die anschließende Querung der Fehmarnsundbrücke zog sich wegen Bauarbeiten an der Brücke leider hin.

Strecke Tag 4: ca. 600 km

Zusammenfassung und Fazit

Insgesamt habe ich an den vier Tagen laut Zähler 1753 km zurückgelegt. Zwei Tage für An- und Abfahrt bei nur zwei Tagen vor Ort ist natürlich kein so vorteilhaftes Verhältnis, aber es hatte bei mir leider nicht anders in den Terminkalender gepasst. Etwas mehr Zeit vor Ort wäre gut gewesen. Dann hätte ich gerne noch die Burg Eketorp, das Störlinge Agro & Motor Museum und das Schloss Kalmar besucht.

Nichtsdestotrotz eine Supertour bei bestem Wetter mit meiner BMW R1200 GS (Baujahr 2007). Bei dieser Tour habe ich übrigens folgende Brücken überquert habe:

  • Den Nye Lillebælt – Brücke
  • Storebælt – Brücke
  • Öresundbrücke (2 mal)
  • Ölandbrücke (4 mal)
  • Fehmarnsundbrücke

Wanderung durch das Bodetal im Harz (inklusive Etappe 5 des Harzer Hexenstiegs)

Im Februar 2020 bin ich durch das Bodetal im Harz gewandert. Das Bodetal wird auch als „Grand Canyon des Harz“ bezeichnet. Ich glaube, da muss man fairerweise sagen, dass dieser Vergleich das Bodetal deutlich auf- und den Grand Canyon deutlich abwertet. Nichtsdestotrotz war es eine tolle Wanderung an der Bode entlang. Gestartet bin ich in Thale und dann der Bode folgend bis nach Treseburg. Von dort aus ging es über einen steilen Anstieg in das Waldgebiet oberhalb der Bode und dann zurück zum Hexentanzplatz oberhalb von Thale.

Das Bodetal ist auch der letzte Abschnitt (Etappe 5) des Wanderweges „Harzer Hexenstieg“. Dieser wird üblicherweise von West nach Ost, konkret von Osterode bis nach Thale, bewandert. Ich habe hier das Bodetal allerdings in entgegengesetzter Richtung durchwandert.

Inklusive Rückweg nach Thale waren das knapp 20 Kilometer Strecke und um die 400 Höhenmeter in etwas über sechs Stunden. Gelaufen am 15.02.2020.