Der Malerweg in der Sächsischen Schweiz: die ersten drei Etappen

Tag 1: Anreise nach Bad Schandau

Nachdem ich im letzten Herbst den Wildnistrail im Nationalpark Eifel fertiggestellt habe, war es an der Zeit sich ein neues Wanderziel zu suchen. Ich habe mich aufgrund der guten Erreichbarkeit per Zug für den Malerweg in der Sächsischen Schweiz entschieden. Aus Norddeutschland kommt man von Hamburg aus mit dem EuroCity mit Ziel Prag direkt nach Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz.

Zudem kann man sich im Bordrestaurant mit Braten und Böhmischen Knödeln schon mal auf den Urlaub einstimmen. Und während ich somit durch alle bekannten Bahnhöfe und S-Bahn-Stationen Berlins kutschiert werde und sich die Menschenmassen draußen auf dem Bahnsteig drängen, lasse ich mir drinnen im Zug von der Bedienung noch ein weiteres tschechisches Bier bringen. Läuft!

Tag 2: Etappe 1 von Liebethal nach Stadt Wehlen und weiter nach Rathen

Die erste Etappe führt mich von Liebethal nach Stadt Wehlen. Im Liebethaler Grund kommt man an einem alten Elektrizitätswerk und dem Richard-Wagner-Denkmal vorbei. In den Feldern nördlich von Lohmen passiert man den Koordinatenstein, um danach mit einigem Auf und Ab durch das Uttewalder Felsentor schließlich die Stadt Wehlen zu erreichen.

Da die erste Etappe recht kurz ist, habe ich mich entschieden, auch noch den ersten Teil der zweiten Etappe mitzunehmen. Über die bekannte Bastei-Brücke komme ich heute dann noch nach Rathen.

Tag 3: Etappe 2 von Rathen nach Burg Hohnstein

Am nächsten Tag geht es dann wieder mit Zug und Fähre zurück nach Rathen, um die Etappe 2 wieder aufzunehmen. Durch Rathen hindurch komme ich zurück zum Wanderweg im Amselgrund. Am Amselfall und der Rathewalder Mühle vorbei dreht der Weg dann in Richtung Hohnstein. Zuvor bietet der Hockstein aber noch eine tolle Aussicht und in der Wolfsschlucht geht es eng zwischen den Felsen bergab.

Der Anstieg nach Hohnstein war wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Aber mangels einer ausgeschilderten Alternative habe ich dann doch diesen Weg gewählt. Mit etwas Kletterei über Baumstämme und vereiste Flächen bin ich schließlich in Hohnstein angekommen. Wintersaison. Wenig los. Nach einer kurzen Runde durch die Burg musste ich leider feststellen, dass auch die Bustaktung im Winter eher dünn ist. Noch fast zwei Stunden Wartezeit, bis mein Bus kommt. Aber glücklicherweise hatte das Laden-Bistro direkt vor der Burg geöffnet. Mit Kaffee und Kuchen konnte ich so die Zeit überbrücken.

Mit dem Bus ging es dann mit knapp einstündiger Fahrzeit zurück nach Pirna. Von dort mit Bahn und Fähre wieder zurück zu meinem Hotel nach Bad Schandau.

Tag 4: Etappe 3 von Hohnstein nach Altendorf

Inzwischen kenne ich mich mit dem ÖPNV in der Gegend ja schon etwas aus. Mit der Kombination Fähre – Zug – Bus geht es also erst einmal von Bad Schandau wieder nach Hohnstein. Dort nehme ich den Weg wieder auf. Durch den Wald und zwischen jeder Menge Felsen hindurch komme ich zur Brand-Baude. Gemütlich und für einen Zwischenstopp sehr zu empfehlen. Insbesondere, um sich für die nachfolgenden Brand-Stufen zu stärken. Da geht es ewig lang nur Treppen runter. Das schöne an diesem Weg abwärts ist ja, dass es anschließend auf dem Weg nach Waitzdorf genauso wieder bergauf geht!

Hinter Waitzdorf gibt es noch zwei schöne Aussichtspunkte mit Sitzmöglichkeit. Über Kohlmühle mit seinem alten, stillgelegten Linoleumwerk geht es entlang der Bahnschienen nach Altendorf zum Endpunkt der dritten Etappe des Malerwegs. Der Anstieg nach Altendorf zieht sich aber sehr lang. Mangels zeitnaher Busverbindung habe ich ich mich dann entschieden, auch den Weg zurück nach Bad Schandau zu Fuß zu machen. Viel gerade Landstraße, aber zumindest mit einer breiten Bankette, so dass ich gut neben der Fahrbahn laufen konnte.

Fazit zu den Etappen 1 bis 3:

Viel auf und ab. Insbesondere bei den Brand-Stufen. Zudem waren im Februar auch noch viele Eis- und Schneereste auf den Stufen vorhanden, so dass man beim Laufen immer aufpassen musste, nicht auszurutschen. Während der Wintersaison ist der Busverkehr auch nicht so dicht getaktet wie im Sommer. Also vorher gerne planen, wie und wann man zu seiner Etappe kommt. Mangels direkter Verbindung hat z.B. die Fahrt von Bad Schandau nach Hohnstein (Fähre, Zug nach Pirna, Bus nach Hohnstein) fast zwei Stunden gedauert. Mit dem Auto wären es wohl nur etwa 20 Minuten gewesen.

Meine persönlichen Highlights waren das Uttewalder Felsentor, die Basteibrücke (Klar!), die Brand-Baude mit den Brand-Stufen, die Wolfsschlucht und Hohnstein. Verpasst habe ich leider die Felsenburg Neurathen bei der Basteibrücke (Hatte geschlossen.) und die Gautschgrotte (Weitergegangen, weil vor mir gerade eine große Gruppe den Weg zur Grotte eingeschlagen hatte.).

Diesmal leider keine GPS-Aufzeichnung, weil die Batterien meines GPS-Gerätes wegen der niedrigen Temperaturen schon gleich am Anfang des Geist aufgegeben haben. Laut Komoot müssen es aber für die ersten drei Etappen ca. 37,5 km gewesen sein. Dazu kommen noch ca. 5 km für den Zuweg in Rathen und den Rückweg von Altendorf nach Bad Schandau. Zusammen also ca. 42,5 km für die drei Etappen und insgesamt etwa 1000 Höhenmeter.

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