Tag 1: Anreise und Rundgang in Heimbach
Vom Wildnistrail Nationalpark Eifel bin ich den größeren Teil bereits gewandert. Allerdings fehlten mir immer noch zwei Teilstücke. Und zwar von der Etappe 2 der Weg von Einruhr nach Vogelsang und von der Etappe 3 das Stück von der Abtei Mariawald bis nach Heimbach. Diese beiden Etappen bin ich nur teilweise gelaufen. Die Etappen 1 und 4 bin ich bereits komplett gewandert. Für das lange Wochenende rund um den Tag der Deutschen Einheit 2024 habe ich mir vorgenommen, diese beiden verbliebenen Lücken zu schließen.
Als Experiment habe ich für die Anreise in die Eifel nicht das Auto sondern das Motorrad gewählt. Auch wenn die Eifel ein klassisches Motorradgebiet ist, war mein Ziel das Wandern in der Eifel, nicht das Motorradfahren dort. Die offene Frage war aber, ob sich Motorradfahren und Wandern („Bike & Hike“) so gut miteinander kombinieren lassen. Die benötigte Ausrüstung ist doch unterschiedlich. Und ein Motorrad bietet eben nicht soviel Stauraum wie ein Auto. Zum Glück verfügt mein Motorrad über zwei Koffer und ein Topcase. Der Helm kann während der Wanderung im Topcase bleiben, und die Motorradjacke passt in der Diagonale auch trotz Rückenprotektor noch so gerade eben in den Seitenkoffer.
Nach etwa 550 Km Anreise – im Wesentlichen über die Autobahn – bin ich am späten Nachmittag in Heimbach angekommen. Gepäck ausgeladen, Zimmer bezogen und etwas frisch gemacht. Danach war noch genügend Zeit für einen Kaffee zur Stärkung und einen ersten Rundgang durch Heimbach. Ein nettes, kleines Städtchen mit einigen Cafés und Restaurants entlang der Hauptstraße. Die Burg Hengebach kann man zumindest im Außenbereich kostenfrei besichtigen. Vom Burgberg aus sieht man zur einen Seite Heimbach und zur anderen die Rur.
Ich bin am Anreisetag auch den letzten Zipfel der Etappe 3 von meiner Unterkunft bis zum Nationalpark-Tor gelaufen; dann muss ich das am nächsten Tag nicht mehr machen.



















Tag 2: Wanderung des fehlenden Teilstücks von Etappe 3 des Wildnistrail und Besuch des westlichsten Punkt Deutschlands
Am nächsten Morgen bin ich früh aufgestanden und habe erst einmal der örtlichen Bäckerei einen Besuch abgestattet. Gut versorgt ging es dann los, um den Weg von Etappe 3 bei der Abtei Mariawald wieder aufzunehmen. Dort hatte die das letzte Mal die Wanderung abgebrochen. Um zur Abtei zu kommen bin ich aus Heimbach mit einem steilen Anstieg auf den Bildchesberg (Eifel-Blick „Luna“) gewandert. Auf der anderen Seite ging es den Berg etwas gemächlicher wieder hinunter und die Abtei kam in Sicht.
Hinter Abtei führte der Weg weiter über die Kriegsgräberstätte Heimbach – Abtei Mariawald und dann in etlichen Schleifen und mit mit einigem Auf und Ab wieder zurück nach Heimbach. Damit ist dann auch die Etappe 3 des Wildnistrail fertig. Die gelaufene Strecke heute betrug 10,6 Km in 3:37 Stunden inklusive Pausen und Foto-Stopps.
Da dieses Teilstück recht kurz war, konnte ich den Nachmittag noch anderweitig nutzen. Nachdem ich auf Sylt schon am nördlichsten Punkt Deutschlands war, bin ich an diesem Nachmittag nach Selfkant zum westlichsten Punkt Deutschlands gefahren. Etwa jeweils 100 Km hin und zurück. Der westlichste Punkt an der Grenze zu den Niederlanden liegt an einem Entwässerungsgraben und verfügt über eine Info-Tafel und einen Holzsteg zu einer kleinen Plattform, wo sich der Punkt befindet. Ehrlicherweise muss man sagen, dass man nach drei Minuten auch schon alles gesehen hat, was es hier zu sehen gibt.


























Tag 3: Wanderung des fehlenden Teilstücks von Etappe 2 des Wildnistrail
Am darauffolgenden Tag bin ich ebenfalls wieder früh aufgestanden und habe mich in der Bäckerei für den Tag versorgt. Dann ging es aber zunächst mit dem Motorrad nach Einruhr, dem Startpunkt der heutigen Wanderung. Frühmorgens hat man die Straßen so ziemlich für sich alleine. Der morgendliche Nebel hat eine tolle Atmosphäre erzeugt. In den tieferen Straßenabschnitten eher die Sicht behindernd, aber von den höheren nebelfreien Abschnitten gab es eine tolle Sicht auf die umliegenden Berge in den Nebelschwaden.
In Einruhr abgesattelt und dann erst einmal am Wasser des Obersees entlang. In der Nähe der Urftstaumauer ging es dann steil bergan auf die Dreiborner Hochfläche. Diese wurde früher als Truppenübungsplatz genutzt. Dafür musste dann auch das Dorf Wollseifen weichen. Zudem wird man wegen möglicher Munitionsreste davor gewarnt, die Wege zu verlassen.
Von Wollseifen sind nur noch die Kirche, die Schule und ein Transformatorenhaus übrig. Die anderen Gebäude sind vergleichsweise neu. Ich vermute, dass diese neu gebaut wurden, um Häuserkampf üben zu können.
Jedenfalls ist Vogelsang von Wollseifen aus nicht mehr allzu weit entfernt. Aber trotzdem nochmal mit einem satten Anstieg versehen. Zur Belohnung wartete aber die Gastronomie in Vogelsang auf mich. Leider recht voll an dem Tag. Vermutlich auch mehrere Busse mit älteren Reisegesellschaften. Nach einigem Anstehen habe ich dann aber auch mein Mittagessen und – viel wichtiger – ein paar Getränke ergattert.

































Leider habe ich den Bus zurück nach Einruhr zu meinem Motorrad knapp verpasst. Bis zum nächsten Bus hätte ich noch zwei Stunden warten müssen. Das war mir zuviel. Bisher waren das auch nur etwa 12 Km; da kann man die Strecke zurück doch auch noch laufen. Also nochmal 8 Km zusätzlich und nicht Teil des Wildnistrail. Der Weg zurück hat sich aber trotzdem gelohnt. Zunächst wieder durch Wollseifen und dann über den offenen Bereich der Dreiborner Hochfläche nach Einruhr. Leider konnte ich hiervon keine Fotos mehr machen, da mein Handy-Akku bereits den Dienst eingestellt hat. Von der Dreiborner Hochfläche hat man aber einen tollen Rundumblick auf die Gegend. Und mit der Sonne, die ab dem späten Vormittag herausgekommen ist, war es schon fast zu warm.
In Summe waren es an diesem Tag 21,2 Km in 7:26 Stunden. Dabei aber eine recht lange Pause in Vogelsang gemacht und auch etwas Zeit in Wollseifen verbracht.
Tag 4: Rückreise
Hier ist nicht viel zu erwähnen. Wieder früh gestartet und die 550 Km zurück nach Hause gefahren. Zum Glück kein Stau auf der Autobahn.
Fazit
Das Projekt „Bike & Hike“ hat besser funktioniert, als ich gedacht hatte. Ich konnte meine Motorrad-Sachen gut in den Koffern unterbringen. Und der wichtigere Punkt, ich habe es nach der Wanderung auch geschafft meinen Hintern wieder aufs Motorrad zu schwingen. Keine Probleme beim Sitzen oder Fahren. Da hatte ich vorher etwas Bedenken, dass ich dann beim Fahren doch schon ziemlich kaputt von der Wanderung sein würde. Ging aber alles. Insgesamt laut GPS-Tracker 31,8 Km gewandert und dann noch 1323 Km Motorrad gefahren. Und das wichtigste: Wildnistrail Nationalpark Eifel ist fertig.



























